Aktuelle Meldungen
Drei Varianten, ein Antrieb: Elektromobilität im Alltag – Interview mit Dr. Bettina Schützhofer
Elektromobilität ist heute so vielfältig wie die Lebensrealitäten, in denen sie genutzt wird: vom funktionalen Landfahrzeug über den urbanen Begleiter bis hin zum Hightech-Modell für lange Strecken. Entscheidend ist dabei weniger das Konzept als die Frage, wie gut sich ein E-Fahrzeug in den Alltag integrieren lässt.
Doch Kaufentscheidungen folgen nicht allein technischen Kriterien. „Soziale Normen spielen bei Kaufentscheidungen eine große Rolle. Sie definieren, was als wünschenswert gilt und was vielleicht gerade noch akzeptabel ist“, erklärt Dr. Bettina Schützhofer im Autofocus-Gespräch. In manchen sozialen Gruppen stehe etwa Allrad für Funktionalität, Sicherheit, Größe und Status. Ergänzend verweist sie auf aktuelle Studienergebnisse: „Wenn heute nach der nächsten Kaufentscheidung gefragt wird, nennen signifikant mehr Frauen den SUV.“ Das unterstreicht, dass Kaufentscheidungen oft von Gefühlen, sozialen Erwartungen und inneren Bildern geprägt sind – und nicht nur von objektiven Eigenschaften eines Fahrzeugs.
Die Sendung zeigt, wie eng technologische Möglichkeiten und gesellschaftliche Erwartungen miteinander verwoben sind – und worauf es bei alltagstauglicher Elektromobilität wirklich ankommt.
ORF Aktuell nach eins: Warum sich viele Autofahrer:innen im Straßenverkehr überschätzen
Laut einer neuen Studie der Wiener Städtischen halten acht von zehn Österreichern und Österreicherinnen ihre Fahrkünste für gut bis sehr gut. Nur ein Prozent zeigt sich unzufrieden. Diese Diskrepanz verweist auf ein bekanntes psychologisches Phänomen: Menschen neigen dazu, ihre eigenen Kompetenzen systematisch zu überschätzen.
Verkehrspsychologin Dr. Bettina Schützhofer bringt es dabei auf den Punkt: „Wir Menschen neigen dazu, unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten zu überschätzen. Wir glauben, dass wir mehr wissen und mehr können, als tatsächlich messbar oder beobachtbar ist.“ Dieser sogenannte Overconfidence Bias führt auch im Straßenverkehr zu Fehleinschätzungen. Viele sind überzeugt, überdurchschnittlich gut zu fahren – eine Annahme, die statistisch nicht aufgehen kann. Häufig fehlt es dabei an realistischer Selbstreflexion und einer differenzierten Selbsteinschätzung.
Gerade diese Fehleinschätzungen können jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit und die Verkehrskultur haben. Eine bewusstere Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten ist daher ein wichtiger Schritt, um Risiken zu reduzieren.
Bettina Schützhofer als Live-Gast im ORF-Magazin „Aktuell nach eins“ bei Nadja Mader I | ORF 2
Autofocus – Die emotionale Seite der Elektromobilität
Im ORF Magazin Autofocus spricht Verkehrspsychologin Bettina Schützhofer über eine oft unterschätzte Frage: Welche Rolle spielen Emotionen bei der Elektromobilität? Elektroautos sind effizient und technisch ausgereift, doch die Entscheidung für oder gegen ein Fahrzeug wird selten ausschließlich auf Basis von Zahlen getroffen.
Der Beitrag zeigt, warum beim Autokauf Gefühle oft wichtiger sind als Reichweite oder technische Daten, wie Design und Fahrerlebnis Emotionen beeinflussen und warum unsere Wahrnehmung dabei eine zentrale Rolle spielt. Im Fokus steht die Erkenntnis, dass Mobilitätsentscheidungen nicht rein rational getroffen werden. Emotionale Faktoren spielen eine wesentliche Rolle, auch in der Elektromobilität. ORF2 Autofocus I 18.03.2026
Gefährliches Ausbremsen ist keine Lösung
Im OÖ-Heute Beitrag erläutert sicher unterwegs-Verkehrspsychologe Ernst Berg die Risiken sogenannter „Brake Checks“, also des absichtlichen abrupten Abbremsens bei dichtem Auffahren.
Drängeln, zu geringer Abstand und Lichthupe sorgen bei vielen Verkehrsteilnehmenden für Stress, Angst oder Ärger. Laut einer Umfrage des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) geben über 93 Prozent an, dass sie Drängeln als besonders belastend empfinden.
„Eine emotionale Reaktion, etwa das bewusste Ausbremsen des Hintermanns“, kann laut Verkehrsexperten Berg jedoch schwere Auffahrunfälle nach sich ziehen. Jeder dritte Getötete auf Autobahnen und Schnellstraßen kommt bei einem Auffahrunfall ums Leben. Wie viele davon auf absichtliches Abbremsen zurückzuführen sind, ist unbekannt. Bekannt ist hingegen, dass Wut und Agression mit der Verkehrsdichte steigen.
Die klare Empfehlung der Expert:innen lautet daher: Ruhe bewahren, nicht in eine Eskalation einsteigen, wenn möglich den rechten Fahrstreifen nutzen und/oder gefährliches Verhalten zur Anzeige bringen. Entscheidend ist nicht, Recht zu behalten, sondern sicher ans Ziel zu kommen. Oder wie es der Verkehrsexperte Berg ausdrückt: „Der Klügere gibt nach!“ OÖ Heute I 25.02.2026.
Kamera an – Verantwortung aus?
Der ServusTV-Beitrag „Klicks statt handeln“ zeigt einen Unfall in Klagenfurt: Ein LKW reißt mit ausgefahrenem Kran einen Wegweiser ab. Ein Autofahrer filmt das Geschehen, statt andere Verkehrsteilnehmende zu warnen. Ernst Berg von sicher unterwegs weist aus verkehrspsychologischer Sicht darauf hin, dass in solchen Situationen häufig nicht geholfen wird – obwohl rasches Absichern und Warnen entscheidend wäre. Im Straßenverkehr kann dieses Verhalten schwerwiegende Folgen haben. Berg erklärt diesen Zusammenhang so:„Durch diese auffälligen Sachen habe ich dann einen WOW-Effekt und wenn ich das veröffentliche, bekomme ich Likes und Anerkennung, die ich früher von einem anderen Menschen, mit dem ich gesprochen habe, bekommen habe. Dadurch werden Grenzen überschritten, die in den ethischen und moralischen Bereich hineingreifen.“Denn hier zählt nicht das Video, sondern Zivilcourage: anhalten, absichern, helfen. SERVUS TV | 3.2.2026
Ö1 „Dimensionen“: Stadt im Takt – Verkehr und Wohlbefinden
Wie kann Verkehr das Wohlbefinden in Städten fördern? Dieser Frage widmet sich die Ö1-Sendung „Dimensionen – Stadt im Takt“, die am 27. Jänner 2026 um 19:05 Uhr auf Ö1 ausgestrahlt wird. Internationale Beispiele – von Kopenhagen bis Wien – zeigen, wie Verkehrsplanung, neue Mobilitätsformen und veränderte Nutzungsansprüche im öffentlichen Raum unsere körperliche und psychische Gesundheit beeinflussen. Mit dabei ist Verkehrspsychologin Bettina Schützhofer, die erläutert, wie sich Mobilität verändert hat und warum neue Konfliktlinien zwischen Pkw, Radfahrenden, Fußgänger:innen und E-Scootern entstehen. Sendung Ö1, 27.01.2026, 19:05 Uhr
Foto: © ORF / URSULA HUMMEL-BERGER
Ö3-Geisterfahrerstatistik 2025: Begleitende Studie von „sicher unterwegs“ sorgt für zusätzliche Einblicke
Die Veröffentlichung der Ö3-Geisterfahrerstatistik 2025 fand breite mediale Beachtung in Fernsehen, Radio und Online-Medien. Die Statistik verzeichnet mit 425 Geisterfahrermeldungen einen Anstieg um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Thematisiert wurden dabei sowohl regionale Entwicklungen – mit Kärnten erstmals an der Spitze – als auch positive Trends, etwa in Tirol.
Parallel zur Veröffentlichung hat „sicher unterwegs“ eine begleitende Studie zum Wissen von Fahranfänger:innen über Geisterfahren durchgeführt. Im Rahmen der Berichterstattung wurde Verkehrspsychologin Bettina Schützhofer interviewt, die darauf hinweist, dass Frauen sich bereits in der Führerscheinausbildung mehr Information und praktische Übungen zum Thema Geisterfahren wünschen. Studien zeigen zudem, dass Frauen bei Geisterfahrermeldungen vorsichtiger reagieren als Männer, ein Unterschied, der statistisch hoch signifikant ist. Außerdem geben Frauen deutlich häufiger an, besonders auf Beschilderungen zu achten, um nicht selbst zur Geisterfahrer:in zu werden.
Ergänzend wurden die zentralen Ursachen von Geisterfahrten thematisiert, die wie bereits im Vorjahr vor allem Alkohol- und Drogenkonsum sowie Überforderung umfassen. Die umfangreiche Medienberichterstattung unterstreicht die hohe gesellschaftliche Relevanz des Themas und die Bedeutung fundierter Präventionsarbeit (Titelbild: © APA-Images / Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger)Medienbeiträge (Auswahl)
- ORF – Guten Morgen Österreich (TV)
Beitrag zur Ö3-Geisterfahrerstatistik 2025 mit Einschätzungen von Ö3-Verkehrsredakteur Bernhard Walther: https://on.orf.at/video/14308951/16024561/thema-verkehrsredakteur-bernhard-walther-zu-oe3-geisterfahrerstatistik-2025 - Ö1 – Journal um Acht (Radio)
Interview mit Verkehrspsychologin Bettina Schützhofer (sicher unterwegs) zu Ursachen, Risikogruppen und Unfallbilanz: https://sound.orf.at/collection/2352/131824/zahl-der-geisterfahrer-gestiegen - Hitradio Ö3 (Online-Artikel)
Wieder mehr Geisterfahrer – Überblick über Zahlen, Bundesländervergleich und Unfallfolgen: https://oe3.orf.at/stories/3051943/ - ORF.at / ORF Österreich (Online-Artikel)
2025 mehr Geisterfahrermeldungen – Einordnung der aktuellen Ö3-Statistik und Entwicklung gegenüber dem Vorjahr: https://oe3.orf.at/stories/3051943/
Neue Kolumne in Motor & More: Fahreignung im Alter – eine differenzierte Betrachtung
Unsere Gesellschaft wird immer älter – und mit dem demografischen Wandel rückt auch die Frage der Fahreignung im Alter zunehmend in den Fokus der Verkehrssicherheit. In ihrer jüngsten Kolumne in Motor & More widmet sich Verkehrspsychologin Dr. Bettina Schützhofer dem Spannungsfeld zwischen Autonomie, Mobilität und Unfallrisiko im höheren Lebensalter. Auf Basis aktueller Forschungsdaten und einer groß angelegten Studie mit über 5.000 gesunden älteren Pkw-Lenker:innen zeigt sie auf, wie sich fahreignungsrelevante Leistungsbereiche im Alter verändern, warum es keine pauschale Altersgrenze geben sollte – und weshalb insbesondere ab dem 80. Lebensjahr eine individuelle, differenzierte Leistungsabklärung sinnvoll ist. Die Kolumne soll einen einen wichtigen Beitrag zu einer sachlichen, faktenbasierten Diskussion rund um Mobilität und Sicherheit im Alter liefern. Jetzt nachlesen in Motor & More.